{Rezension} Rescue Center Nord - Heike Trojnar

Freitag, 23. Juni 2017




Originaltitel: /
Reihe: /
Erscheinungsdatum: 20. April 2017
Verlag: EINBUCH Buch- und Literaturverlag Leipzig
Genre: Jugendbuch, Dystopie, Roman
Seitenzahl: 191                                                   Hier kaufen
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Preis Taschenbuch13,40€




♔ Klappentext
Stuttgart 2040: Das Rescue Center Nord ist der größte Secondhandshop Stuttgarts. Der 19-jährige Rano arbeitet dort, um sein Leben und sein künftiges Studium zu finanzieren. Es bleibt ihm kaum freie Zeit, da seine schwerkranke Schwester Alani viel Unterstützung von ihm einfordert. Die Belastung überschreitet seine Grenzen. Da seine Schwester nicht ausreichend versichert ist, um medizinisch gut versorgt zu werden und ihr dafür auch die finanziellen Möglichkeiten fehlen, lässt sich Rano auf kriminelle Machenschaften ein, die auch über das Rescue Center Nord abgewickelt werden. Die Schwierigkeiten spitzen sich zu und ein schlimmes Ende droht...

♕ Zitate
"Vielleicht ist Gott da, wo ihn viele nicht vermuten."
(S. 76)

"Wenn ihr feige seid, dann gelingt euch euer Leben nicht."
(S. 167)

♖ Cover
Das Cover finde ich ganz in Ordnung. Es ist leider Grün, das ist überhaupt nicht meine Lieblingsfarbe, aber es ist ja auch nicht auf mich abgestimmt. Dafür finde ich aber das die Elemente des Covers unheimlich gut zum Buch passen und dieses auch repräsentieren, zudem einen guten ersten Eindruck vom Buch geben!



♘ Meine Meinung 


Eine liebe Autorin hat mir das Buch zu Verfügung gestellt und ich hatte mich schon sehr auf die Geschichte gefreut, denn es ist tatsächlich ein Buch, welches nicht ganz typisch für Jugendbücher oder Dystopien sind, sondern auch ein ziemlich heikles, gesellschaftskritisches Thema umfassen.

Aber beginnen wir wie immer mit den Charakteren. Hier ist Rano der Hauptprotagonist. Er ist junge 19 Jahre alt und kämpft sich durch sein Leben. Er arbeitet in einem Secondhandshop, um sein späteres Studium zu finanzieren und natürlich auch, um seiner kranken Schwester Alani zu helfen, die an Krebs leidet. Leider kommt er mir sofort im ersten Moment ziemlich unsympathisch rüber. Mir gefällt seine Sprache überhaupt nicht, so wie auch von den anderen Charakteren, die ständig "groovy" oder ähnliche Worte benutzen. Natürlich spielt es in der zukünftigen Zeit, dennoch konnte ich mir nicht vorstellen, dass sie in solcher Sprache sprechen würden, die schon sehr an Umgangssprache grenzt. Ich konnte damit leider nicht wirklich warm werden.
Auch sein Umgang mit seiner Schwester war mir sehr suspekt. In einem Moment war er sehr fürsorglich und hat  bei Ärzten für sie eingestanden, aber wiederum in anderen Momenten war er so gemein zu ihr und herablassend, dass ich nur den Kopf schütteln musste. So einen Bruder wünscht man keiner krebskranken Schwester. Sie tat mir sehr leid in diesen Momenten, aber leider hat mir auch die Tiefe zu Alani gefehlt. Ich wollte mit ihr leiden und ihr nachempfinden, aber leider hat man sehr wenig über sie erfahren. Und wenn dann auch nur das, was sie eben im Moment tut.
Auch Freunde von Rano tauchen auf, wie Xeta oder Santos - der Chef von Rano -, mit denen ich aber leider auch aufgrund der zu kurzen Seiten keine Verbindung aufbauen konnte.

Die Handlung und die Idee ist ein wirklich guter Ansatz. Denn hier leben die Protagonisten in einer Welt, die fast nur noch mit Technik ausgestattet ist und in der man nur ärztliche Verpflegung bekommt, wenn man eine gute Krankenversicherung hat. Und die hat so gut wie kein armer oder "normaler" Mensch, denn nur die Reichen können sich diese Versicherung leisten. Es ist unglaublich, wenn man überlegt, dass es in der heutigen Zeit nicht so unterschiedlich ist, wie zum Roman. Ärzte wollen schließlich so gut wie es geht Geld an Leuten verdienen, die sich Krankenversicherungen kaum leisten können, ganz egal in welchem Status sich die Krankheit befindet,
Ich finde es schade, dass es noch nicht wirklich heraus gestochen ist, mehr Seiten hätten sicher viel mehr geschafft.
Mir ist alles leider viel zu grob geschrieben, sodass man sich nicht wirklich in die Situation hineinversetzen konnte.
Dabei finde ich aber den Schreibstil unglaublich toll. Es ist sehr leicht und flüssig zu lesen, sodass man wirklich sehr schnell durch die Seiten kommt. Auf einzelnen Seiten sind auch super Illustrationen abgebildet, die perfekt zum dem jeweiligen Kapitel gepasst haben. Bücher in diesem Schreibstil lese ich unglaublich gerne und ich kann mir vorstellen, wenn man etwas mehr aus dem Buch gemacht hätte, sprich viel detaillierter, viel mehr Tiefe und viel mehr Seiten, hätte es ein wirklich sehr gutes Buch werden können! Denn auch die dystopischen Elemente waren wirklich sehr interessant und nachvollziehbar und vor allem auch sehr realistisch.


♙ Fazit

Eine super Idee, die leider nicht ganz durchdacht umgesetzt wurde. Dystopischen Elemente sind wirklich toll, aber man hätte viel mehr aus dem Buch rausholen können!

Es bekommt dementsprechend von 5 Krönchen!  



Herzlichen Dank an die Autorin Heike Trojnar für das Bereitstellen des Rezensionsexemplares! 

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